Fotos: Fredi Kleiner
Mit einem Festgottesdienst und einer lebendigen Geschichtsstunde feierte die Pfarrei St. Oswald am Samstagabend ihr 175-jähriges Bestehen. Der lange Kampf um die Eigenständigkeit – Marktl gehörte Jahrhunderte lang zur Urpfarrei Stammham – führte schließlich zum Erfolg: Im Sommer 1851 konnte durch die Ausstellung der Stiftsurkunde auf Anweisung des bayerischen Königs Maximilian II. die Pfarrei St. Oswald errichtet werden.
Doch zunächst versammelten sich die Geistlichkeit mit den Ministranten, die Vereinsabordnungen, Ehrengäste und Pfarrangehörigen vor dem Pfarrhof zum Kirchenzug zur Pfarrkirche.
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sandra Maier unterstrich in ihrem Willkommensgruß im schön geschmückten Gotteshaus den Grund zum Feiern. Die Pfarrei habe in den vergangenen 175 Jahren in Marktl viel bewirkt und sei auch heute eine sehr lebendige Gemeinschaft. Die kirchlichen Gruppen und Vereine, die Chöre, der katholische Kindergarten, das gute Miteinander und die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, das alles zeichne die funktionierende Pfarrgemeinde aus. Sandra Maier dankte auch den Schulkindern für die fantasievollen Bilder zum Jubiläum, die in der Kirche an den Wänden zu bewundern waren.
Auch Pfarrer Peter Meister betonte, es sei schön, das Jubiläum in guter Gemeinschaft zu feiern. Er erinnerte auch an seinen Vorgänger, Ruhestandspfarrer Josef Kaiser, der an Kirchweih vor einem Jahr plötzlich verstarb und hielt ein ehrendes Gedenken.
Zusammen mit dem Burghauser Stadtpfarrer Erwin Jaindl und dem theologischen Leiter des Papstgeburtshauses, Dr. Franz Haringer, zelebrierte der Ortspfarrer eine eindrucksvolle Messe. Musikalisch schön gestaltet wurde sie von der Chorgemeinschaft unter der Leitung von Anne Strasser und mit Volksgesang.
In seiner Predigt blickte Peter Meister zunächst auf die wichtigsten Stationen der Marktler Kirchengeschichte zurück und überraschte die Zuhörer mit einer Beschreibung des Pfarrei- und Kirchenlebens mit Texten aus dem alten Schlager „Das alte Haus von Rocky Docky“.
Genau wie das besungene alte Haus habe die Kirche schon vieles erlebt, von fröhlichen Feiern und den Festen im Jahreskreis bis zu tiefer Verzweiflung bei Trauergottesdiensten.
Ortsheimatpfleger Georg Remmelberger verstand es in seinem Vortrag nach der Messfeier, die bedeutsame Zeit in der Heimat- und Kirchengeschichte unterhaltsam und informativ zu vermitteln.
Im dicht gefüllten Pfarrsaal erzählte Georg Remmelberger in seinem Vortrag, wie es dazu kam, dass Marktl zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde. Der Heimatforscher schöpft aus einem tiefgründigen Geschichtswissen und er konnte es mit Texten, Geschichten sowie alten Dokumenten und Ansichten auf der Leinwand spannend und kurzweilig vermitteln.


