Am vergangenen Wochenende durften vier Paare in Marktl und elf Paare in Haiming ihre Ehejubiläen feiern. Kommen durfte, wer 10, 15, 20, 25 etc. verheiratet ist. Und wer nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst!
Für junge Paare vielleicht kein Termin, der zur Teilnahme lockt, aber warum eigentlich nicht? Gerade den älteren Paaren mit 30, 40, 50 oder mehr Jahren spürt man die Dankbarkeit für ihre gemeinsame Zeit deutlich an. Sie nutzen diese Stunden mit einem Gottesdienst und anschließenden Mittagessen für einen Rückblick auf ihrer gemeinsame Zeit. Sie freuen sich über den Austausch mit den anderen Paaren und lachen miteinander bei der kurzweilige Vorstellungsrunde.
„Und wer nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst!”
In den jüngeren Jubiläen, mit kleineren Kindern und einem vollen Wochenplan, schiebt man diese Veranstaltung gerne als „unwichtig“ ab, doch das ist schade. Das Team der Ehejubilare, die dieses Fest jedes Jahr aufs Neue ausrichten, steckt so viel Liebe und Freude in die Vorbereitung. Und ich finde, es ist es wert, sich diese Zeit zu nehmen, innezuhalten im Alltag und zurückzublicken auf die gemeinsame Zeit. Die Ehe- und Lebensgeschichten der Paare sind alle unterschiedlich und doch kann jeder Parallelen zu sich darin entdecken und Rezepte für viele gemeinsame Jahre für sich mitnehmen.
Man wechselt sich ab im Erzählen, man verbessert sich oder überbietet den Ehepartner, man ergänzt sich und man erzählt gemeinsam. Und schnell wird klar, es ist bei allen ein Auf und ein Ab im Leben, aber wer die verflixten sieben Jahre geschafft hat, den anderen trägt und erträgt, ist auf dem besten Weg zu vielen Jubeljahren.
„Und da nur ein Stuhl frei war, hab ich einfach zur ihr gesagt: “Du darfst Dich auf meinen Schoß setzten!”
Am schönsten sind natürlich dann die Anekdoten, die in dieser Runde zur Sprache kommen. Das Kennenlernen der älteren Jubelpaare mag sich zum Kennenlernen heute verändert haben. Aber doch ist da dieser Zauber des ersten Anbandelns. Waren es früher der Feuerwehrball oder die Fahrt zur Kranzldult, so war es später der Tanzkurs und ist es heute immer noch wie damals das Feuerwehrfest oder eine Fahnenweihe. Die Geschichten beginnen beim zufälligen Fahren durchs Dorf, gehen über zum geschickten „Schoßerl sitzen“ oder der Einladung zum Tanz und enden schließlich doch alle vorm Traualtar; sogar mit gerade noch in letzter Sekunde organisiertem Brautstrauß. Es werden die Geschichten erzählt, wie ein Bräutigam sich und seine Braut mit einem Helikopter zur standesamtlichen Trauung anreisen ließ, wie ein Fehler der Hebamme zur Geburtsstunde für echte Schwierigkeiten bei der Anmeldung zur Trauung führte und wie man sich auf Hochzeitsreise notgedrungenerweise als Österreicher ausgeben musste. Ein Jeder, der möchte darf etwas erzählen und alle Paare eint, der glückliche Blick beim Schwelgen in Erinnerungen.
Und was hat uns dieser Nachmittag gebracht? Wir gehen alle mit einem Lachen nach Hause, haben vielleicht Menschen näher kennen gelernt, die wir bisher nicht kannten und haben erfahren, dass es es wert ist immer zusammenzuhalten und dass es auch wichtig ist einmal innezuhalten und dem Herrgott Danke zu sagen. Ich kann nur einladen, dieses Gefühl und die Dankbarkeit selbst zu empfinden, gerade im hektischen Alltag.
Danke dem Team der Ehejubilare für diese gelungene Veranstaltung.
Michaela v. Ow


