Ehejubilar feiern, erzählen und lachen

Haiming Pfarrei am 20.10.2026

Vom "Schoßerl sitzen", einer standesamtlichen Hochzeit mit Helikopter-Anreise und einem Brautstrauß der in letzter Minute organisiert werden musste. 

Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de durf­ten vier Paa­re in Marktl und elf Paa­re in Hai­ming ihre Ehe­ju­bi­lä­en fei­ern. Kom­men durf­te, wer 10, 15, 20, 25 etc. ver­hei­ra­tet ist. Und wer nicht dabei war, hat wirk­lich etwas verpasst!

Für jun­ge Paa­re viel­leicht kein Ter­min, der zur Teil­nah­me lockt, aber war­um eigent­lich nicht? Gera­de den älte­ren Paa­ren mit 30, 40, 50 oder mehr Jah­ren spürt man die Dank­bar­keit für ihre gemein­sa­me Zeit deut­lich an. Sie nut­zen die­se Stun­den mit einem Got­tes­dienst und anschlie­ßen­den Mit­tag­essen für einen Rück­blick auf ihrer gemein­sa­me Zeit. Sie freu­en sich über den Aus­tausch mit den ande­ren Paa­ren und lachen mit­ein­an­der bei der kurz­wei­li­ge Vorstellungsrunde. 

„Und wer nicht dabei war, hat wirk­lich etwas verpasst!”

In den jün­ge­ren Jubi­lä­en, mit klei­ne­ren Kin­dern und einem vol­len Wochen­plan, schiebt man die­se Ver­an­stal­tung ger­ne als ​„unwich­tig“ ab, doch das ist scha­de. Das Team der Ehe­ju­bi­la­re, die die­ses Fest jedes Jahr aufs Neue aus­rich­ten, steckt so viel Lie­be und Freu­de in die Vor­be­rei­tung. Und ich fin­de, es ist es wert, sich die­se Zeit zu neh­men, inne­zu­hal­ten im All­tag und zurück­zu­bli­cken auf die gemein­sa­me Zeit. Die Ehe- und Lebens­ge­schich­ten der Paa­re sind alle unter­schied­lich und doch kann jeder Par­al­le­len zu sich dar­in ent­de­cken und Rezep­te für vie­le gemein­sa­me Jah­re für sich mitnehmen.

Man wech­selt sich ab im Erzäh­len, man ver­bes­sert sich oder über­bie­tet den Ehe­part­ner, man ergänzt sich und man erzählt gemein­sam. Und schnell wird klar, es ist bei allen ein Auf und ein Ab im Leben, aber wer die ver­flix­ten sie­ben Jah­re geschafft hat, den ande­ren trägt und erträgt, ist auf dem bes­ten Weg zu vie­len Jubeljahren. 

„Und da nur ein Stuhl frei war, hab ich ein­fach zur ihr gesagt: ​“Du darfst Dich auf mei­nen Schoß setzten!”

Am schöns­ten sind natür­lich dann die Anek­do­ten, die in die­ser Run­de zur Spra­che kom­men. Das Ken­nen­ler­nen der älte­ren Jubel­paa­re mag sich zum Ken­nen­ler­nen heu­te ver­än­dert haben. Aber doch ist da die­ser Zau­ber des ers­ten Anban­delns. Waren es frü­her der Feu­er­wehr­ball oder die Fahrt zur Kranz­ld­ult, so war es spä­ter der Tanz­kurs und ist es heu­te immer noch wie damals das Feu­er­wehr­fest oder eine Fah­nen­wei­he. Die Geschich­ten begin­nen beim zufäl­li­gen Fah­ren durchs Dorf, gehen über zum geschick­ten ​„Scho­ßerl sit­zen“ oder der Ein­la­dung zum Tanz und enden schließ­lich doch alle vorm Trau­al­tar; sogar mit gera­de noch in letz­ter Sekun­de orga­ni­sier­tem Braut­strauß. Es wer­den die Geschich­ten erzählt, wie ein Bräu­ti­gam sich und sei­ne Braut mit einem Heli­ko­pter zur stan­des­amt­li­chen Trau­ung anrei­sen ließ, wie ein Feh­ler der Heb­am­me zur Geburts­stun­de für ech­te Schwie­rig­kei­ten bei der Anmel­dung zur Trau­ung führ­te und wie man sich auf Hoch­zeits­rei­se not­ge­drun­ge­ner­wei­se als Öster­rei­cher aus­ge­ben muss­te. Ein Jeder, der möch­te darf etwas erzäh­len und alle Paa­re eint, der glück­li­che Blick beim Schwel­gen in Erinnerungen. 

Und was hat uns die­ser Nach­mit­tag gebracht? Wir gehen alle mit einem Lachen nach Hau­se, haben viel­leicht Men­schen näher ken­nen gelernt, die wir bis­her nicht kann­ten und haben erfah­ren, dass es es wert ist immer zusam­men­zu­hal­ten und dass es auch wich­tig ist ein­mal inne­zu­hal­ten und dem Herr­gott Dan­ke zu sagen. Ich kann nur ein­la­den, die­ses Gefühl und die Dank­bar­keit selbst zu emp­fin­den, gera­de im hek­ti­schen All­tag. 

Dan­ke dem Team der Ehe­ju­bi­la­re für die­se gelun­ge­ne Ver­an­stal­tung. 
Michae­la v. Ow

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